Die Idee des Doktor Kologriwow

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Ein französischer Arzt russischer Abstammung stößt in einer sowjetischen Psychiatrie auf Patienten, die offensichtlich aufgrund ihrer oppositionellen Einstellung gegenüber den herrschenden Machthabern von Staats wegen für psychisch krank erklärt worden waren. Der Roman zeigt den Widerstand gegen das menschenfeindliche System der Sowjetzeit während der Breschnjew-Epoche, die Opposition im Untergrund vor Glasnost und Perestroika.
Er beendet den dreizehnteiligen Romanzyklus “Durch die reinigende Flamme” über die vielfältigen Einflüsse der russischen Revolution von 1917 auf die Menschen unseres Jahrhunderts.

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HIER EIN AUSZUG AUS DIESEM BUCH:

Pjotr Prochorowitsch Kologriwow war noch kein alter Mann, er stand erst im 42. Lebensjahr. Dennoch schien er während der letzten drei Jahre stark gealtert zu sein, oder genauer, er begann wie ein Mensch auszusehen, den eine äußerst schwere Verantwortung zu Boden drückte, eine Verantwortung, die nicht so leicht für nicht existent erklärt oder mit wegwerfender Geste aus der Welt geschaffen werden konnte.
Er zählte zu jenen zahlreichen Menschen, die unzufrieden waren mit dem im noch immer als Sowjetunion bezeichneten Russland existierenden Regime. Aber er gehörte nicht zu denen, die zwar insgeheim gegen die Sowjets zischten, den Kampf gegen sie jedoch edelmütig anderen überließen.
Furchtlos hatte er den Fehdehandschuh aufgehoben und vertrat ungeachtet der damit verbundenen tödlichen Gefahr die Ansicht, dass jeder sich selbst achtende Russe nach Kräften seinen Beitrag in diesem Ringen leisten müsse, ja, gerade in diesem Ringen bestünde für ihn und seine Generation der Sinn ihres Lebens.
Er war Russe, geboren in Straßburg. Bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr verlief sein Leben auf seltene Weise glücklich und harmonisch für unsere nicht ganz gemütliche Epoche. Er entstammte einer Arztfamilie. Gott allein wusste, welche Grimasse des Schicksals den Vater nach Straßburg verschlagen hatte, er nahm die französische Staatsangehörigkeit an und heiratete eine Russin aus einer guten Familie französischer Abstammung. Ihre Vorfahren hatten sich vor der Guillotine gerettet, waren nach Russland geflohen und dort geblieben. Im Jahr 1933, als sich über Deutschland die Hakenkreuzfahne entrollte, wurde ihnen ein Sohn geboren, den sie auf den Namen Pjotr taufen ließen.
„Ich will, dass er hart wie Stein wird!“ sagte die Mutter. „Er soll sich niemals vor dem Bösen beugen.“


Skizze gezeichnet von Dr. Andrey Redlich