Rauschgold

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In dem von russischen Emigranten überfluteten Berlin der zwanziger Jahre herrschte eine eigenartig exaltierte Stimmung. Ein gerissener Halunke entwickelt einen genialen Plan, um eine Hysterie der Geldgier zu entfachen, damit seine Landsleute ihm ihren Familienschmuck überlassen. In diese aufgeheizte Atmosphäre platzt die Entdeckung, dass eine der Zarentöchter dem Massaker von Jekaterinenburg entkommen sei. Aufmerksam analysieren Agenten Moskaus diese Stimmungen, um sie für ihre Zwecke zu nutzen.

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HIER EIN AUSZUG AUS DIESEM BUCH:

Adelaide Fern war klein, rundgesichtig und auf angenehme Weise rundlich, so, wie es vielen Männern gefiel. Sie kleidete sich ausgesprochen figurbetont, als ob sie sagen wollte, schaut her, ihr guten, und auch ihr weniger guten Menschen, und betrachtet mich. Um ihren geringen Wuchs wettzumachen, trug sie unwahrscheinlich hohe und spitze Absätze. Vermutlich gehörte sie zu jener Kategorie Frauen, die glaubten, Kleinwüchsigkeit sei ein Makel, und dabei vergaßen, dass manch ein Mann eine kleine Frau schon deswegen vorziehen könnte, weil er davon ausgeht, dass sie wenig essen wird und daher billiger zu unterhalten ist, was zumeist solche Männer in Betracht ziehen, die den Hunger der Kriegs- und Nachkriegsjahre erlebt hatten.
Afanasij Iljitsch hatte jedoch ein anderes Schönheitsideal.
Ihm gefielen große und gutgewachsene Frauen. In den geheimen Winkeln seiner Seele meinte er anscheinend, dass solch eine Frau besser für sich selbst einstehen und sogar ihre eigenen Koffer schleppen könne, schließlich sind nicht immer Gepäckträger in der Nähe. Außerdem war sie in einer Menschenmenge besser zu erkennen, wenn sie mit einem anderen Mann unterwegs sein sollte.


Skizze gezeichnet von Dr. Andrey Redlich