Im hellen Schein des Mondes

eBook der Amazon Kindle Edition
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Preis EUR 3,09

Zum Lesen am heimischen Computer
Word- und PDF-Datei auf CD-R
Preis EUR 10,00

Kurzfassung als HörBuch
erstellt und gelesen von Anita Treguboff
Audio-CD Preis EUR 10,00

Die Zeit und Raum überspannenden ewigen Geister der Natur befürchten, dass wir Menschen trotz unserer Schwachheit und Vergänglichkeit in unserer unermesslichen Arroganz rücksichtslos das Gleichgewicht der Welt stören, und sehen sich gezwungen, uns zur Ordnung zu rufen. Im hellen Schein des Mondes vereinbaren sie, zunächst all jene zu protegieren, die Achtung vor der Natur haben, um ihrem Wirken mehr Nachdruck zu verleihen.

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HIER EIN AUSZUG AUS DIESEM BUCH:

In tiefer Nacht bewegte sich über die Felder im Nordwesten Deutschlands, nicht weit von der Stadt entfernt, in der Frau Stück inmitten ihrer Katzen lebte, zielstrebig und schnell eine ungewöhnlich hohe und offensichtlich nichtmenschliche Gestalt. Ihr großer und völlig runder Kopf hatte ein flaches, nasenloses Gesicht, wie ein Kürbis, der mittendurch geschnitten war. Der unglaublich dünne Hals ging in einen ebenso dürren Körper über, Arme und Beine waren so mager, als ob sie nur aus Knochen bestünden. Im hellen Schein des Mondes schimmerte die Gestalt in den unterschiedlichsten Grüntönen, von dem saftigen Frühlingsgrün einer jungen Wiese bis hin zu dem Bräunlichgelb halbverwelkter Herbstgräser, die bereits den ersten Frost geschmeckt hatten. Aus der Ferne hätte diese Gestalt für eine ungewöhnlich große Pflanze gehalten werden können, aber wer hat jemals erlebt, dass eine Pflanze den ihr angestammten Platz verlässt und über die Felder läuft?
Das seltsame Wesen war in äußerst gereizter Stimmung.
„Der Herr des Waldes hat mich eingeladen, vermutlich, um mir wieder einmal vorzujammern, dass so viele Bäume sterben. Als ob es mir besser erginge! Seitdem die Menschen anfingen, die vielen Bewohner meiner Wiesen in Nutzpflanzen und Unkraut einzuteilen, und beschlossen, die von ihnen als minderwertig betrachteten Blumen und Gräser mit Hilfe eines übel stinkenden Drecks auszurotten, unter dem auch die Insekten, meine unglücklichen Untertanen, zu leiden hatten, habe ich jede Ruhe verloren. Früher begann morgens, sobald die Sonne am Himmel stand und den Frühtau getrocknet hatte, ein tausendstimmiges Konzert, wie eine von den Menschen erdachte Sinfonie, nur viel harmonischer. Große und kleine Grashüpfer zirpten, Bienen, Wespen und dickleibige Hummeln summten um die Wette, schweigsam eilten die Ameisen ihre in alle Richtungen führenden Straßen entlang, und vielfarbige Schmetterlinge umgaukelten die sich freudig der Sonne zuwendenden Blüten. Jubelnd begrüßten alle den neuen Tag!“


Skizze gezeichnet von Dr. Andrey Redlich