Pressearchiv

Blog Erlangen-Wladimir, 03.12.2013
Seit einigen Jahren nehme ich am 1. Advent in der Heinrich-Lades-Halle, Erlangen, am Markt der Ideen teil. Im Jahr 2012 erfuhr ich, daß Erlangen seit 30 Jahren eine äußerst fruchtbare Partnerschaft mit der Stadt Wladimir (Goldener Ring) hat, Jurijs Heimat – was mir bisher nicht vorstellbare Perspektiven eröffnet.
Mehr wordpress.com

Reutlinger Generalanzeiger, 19.09.2011
Pfullinger Kreativmarkt: “Besucher stehlen mit den Augen”
Die Gespräche mit den Marktbesuchern genießt auch Anita Treguboff, die ebenfalls erstmals in Pfullingen ist und Bücher und Hörbücher ihres vor elf Jahren verstorbenen Mannes Jurij Treguboff, eines sowjetischen Regimekritikers, verkauft.

Weilburger Tageblatt, 09.03.2008
Markt stimmt auf Ostern ein: “Anita Treguboff aus Frankfurt war mit dem russischen Widerstandskämpfer Jurij A. Treguboff verheiratet. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2000 bietet sie dessen Bücher – er hat 21 Stück geschrieben – auf Märkten an.”
Herr Hans-Peter Schick, der Bürgermeister von Weilburg, war so freundlich, mir diese Zeitung zuzuschicken, nachdem ich von Besuchern des Ostermarktes in der Stadthalle “Alte Reitschule” immer wieder auf meine Erwähnung in diesem Artikel angesprochen wurde und keine Möglichkeit sah, mir diese Zeitung selbst zu besorgen.

Frankfurter Neue Presse, 10.10.2007
Erinnerungen: Ein ungewöhnliches Leben als Roman.
Die Geschichte Rußlands und eine unvergessliche Begegnung mit dem Autor Jurij Treguboff veränderten ihr Leben: Aus der Bürokauffrau Anita Treguboff (65) wurde eine engagierte Verlegerin, die das Lebenswerk ihres vor sieben Jahren verstorbenen Mannes fortsetzt. Und damit die Erinnerung an Stalin und die Lubjanka ebenso wachhält wie an das Obdachlosenmilieu der Hauptwache. Hinzu kommen zwei Übersetzungen von Michail Lermontov “Der Dämon, Bojare Orscha”, die Anita und Jurij Treguboff im gemeinsam gegründeten Feuervogel-Verlag publizierten.
Das bewegte Leben des russischen Frankfurter Schriftstellers präsentiert die Verlegerin, die Treguboff 1964 heiratete, nun als Appetithäppchen: “Bis zu 386 Seiten Roman habe ich auf 80 Minuten Hörbuch komprimiert.” Werke wie den Erlebnisbericht in der Gewalt des Moskauer Geheimdienstes oder den Roman “Gespenster in Frankfurt” hat sie im Tonstudio Band Schmiede bearbeitet, um jüngere Freunde für die Lektüre zu begeistern. Zusammen mit den CDs und gebundenen Büchern hat sie 25 Titel im Angebot.
1913 in St. Petersburg geboren verarbeitete Treguboff seine Erlebnisse in Romanen, die das Leben eines Emigranten reflektieren, der 1926 nach Berlin kam, als Widerstandskämpfer gegen Stalin 1947 von der sowjetischen Geheimpolizei verschleppt wurde und nach achtjähriger Haft in Lagern nach Frankfurt übersiedelte.
Auf CD und Hörbuch kam die Verlegerin, als einige der Bücher vergriffen waren. Auf der Buchmesse sucht Anita Treguboff russische Verleger, da die meisten Titel bislang nur auf Deutsch veröffentlicht wurden. Treguboffs Bücher sollen auch in Russland erhältlich sein.
Gernot Gottwals, anläßlich der Buchmesse 2007
mehr….

Fränkische Nachrichten, Wertheim, 28.07.2007
Eines noch zum Schluß: Wer mit dem reichhaltigen Musikangebot an diesem Wochenende in Wertheim wirklich nichts anzufangen weiß, dem oder der sei ein Stand in der Maingasse empfohlen. Dort verkauft die Witwe des Autors Jurij Treguboff die Werke ihres Mannes, unter anderem als Hörbuch, das Ganze auf Deutsch, aber auch auf Russisch. Also, wie wäre es damit? Für alle anderen noch ein Gruß ins Wochenende: “Na Strovje!”
Uwe Bauer, zum 40. Altstadtfest Wertheim

Gießener Anzeiger, 18.05.2007
Am Himmelfahrtstag fand in diesem Jahr der 17. Kunsthandwerkermarkt in Wächtersbach statt. Literarisch wertete Anita Treguboff den Markt auf und präsentierte an ihrem Stand das Gesamtwerk ihres im Jahr 2000 mit 87 Jahren verstorbenen Ehemannes Jurij A. Treguboff auf. Dieses Werk besteht aus 21 Büchern, die zum Großteil die russische Geschichte und das Leben in Deutschland zum Thema haben. In Vorträgen hält Anita Treguboff das Werk ihres Mannes lebendig und hat auch die Bücher digitalisiert und Hörbücher erstellt.

Frankfurter Neue Presse, 20.12.2005
Frau Treguboff führt das Lebenswerk ihres Mannes digital fort. Vor zwei Jahren ist sie dazu übergegangen, Vorträge über die Arbeiten ihres Mannes zu halten und seine Bücher auf Messen und Märkten vorzustellen. Nach einem Vortrag an einem Abendgymnasium habe sie eine Lehrerin darauf angesprochen, daß elf der Titel inzwischen vergriffen seien. „Damals habe ich überlegt, was ich machen kann, damit die Arbeiten meines Mannes nicht in Vergessenheit geraten.“ Und im März habe sie sich – nach drei schlaflosen Nächten – dazu entschieden, diese Bücher als eBooks auf CD neu herauszugeben.
Kim Behrend

Kleine Verlage auf der grossen Buchmesse
In einer großen Auswahl von Alternativ über Abenteuer und bitterer Realität bis hin zur Sinnlichkeit und purer Romantik gibt es unter anderem den Feuervogel-Verlag aus Frankfurt am Main. Auch er war in so einem kleinen Stand auf der Buchmesse präsent. Zwei Damen hinter der Auslage machten die Besucher auf die wenigen Bücher des Verlages aufmerksam. Aber die Masse macht es ja bekanntlich nicht. So auch hier. Vielmehr gab es an diesem Stand ein unerwartetes Gespräch.
Unerwartet, aufschlussreich und schön: Ihr Mann habe alle Bücher in der Auslage geschrieben, erklärte mir eine der beiden Damen. Er hatte, im Jahre 2000 war er gestorben, ein ereignisreiches Leben hinter sich. Jurij Treguboff war ein – 1913 in St. Petersburg geborener – Russe.
Seine Frau Anita betreibt noch heute den eigenen Verlag. Sie erzählte mir, dass ihr Mann ob seines bewegten Lebens 1971 den Verlag gegründet habe, weil er sich nicht von irgendeinem Verleger, der nichts mit seinem Leben zu tun hatte, sagen lassen wollte, was er wie zu schreiben hatte.
Seine Frau sagte mir, dass er auf seinem schwierigen Lebensweg gelernt habe, Menschen und Situationen einzuschätzen. Durch seine aufregenden und nicht immer einfachen Erlebnisse habe er einen differenzierten Blickwinkel für die Dinge eingenommen.
Über Jurij Treguboffs Weg gibt der Buchrücken seines Werkes “Acht Jahre in der Gewalt der Lubjanka” Auskunft: Nach Kriegsende sei er durch die Amerikaner zunächst an die Tschechen ausgeliefert und 1946 nach West-Berlin entlassen worden. 1947 dann sei er von den Russen an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin entführt und sodann von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt worden. Eine Woche später allerdings sei das Urteil umgewandelt worden: 25 Jahre Zwangsarbeitslager lautete jetzt die Strafe, aus der er nach acht Jahren in die Bundesrepublik Deutschland entlassen worden sei.
Und in diesem bewegten Leben wollte er sich eben auch nicht mehr dreinreden lassen. So kam es also zu der Gründung des kleinen Verlages, von dem der damalige Frankfurter Buchhandel sagte, er würde es nicht lange machen. Die Zeit hat nun die Antwort auf diese damalige Spekulation gegeben: Den Verlag Feuervogel gibt es immer noch – während alle anderen mittlerweile pleite gegangen und vom Markt verschwunden sind.
Das alte Sprichwort, die Stetigkeit höhle den Stein, behält auch in diesem Falle Recht. Im Verlag Feuervogel ist die Stetigkeit eine Herzenssache. Der Autor Jurij Treguboff wollte von dem Erlebten schreiben. Er hat seine Geschichte geschrieben. Es ist ein Teil seiner selbst, was er zu einem Buch gemacht hat. Seine Frau stand an seiner Seite und steht noch immer dort.
Ihr ist es ein tiefes Bedürfnis, so mein Eindruck, dass er und seine Geschichte weiter fortwirken. Dass seine Geschichte weiter erzählt werden kann. Von ihrer Herzenssache zeugt auch der kleine Stand. Irgendwie familiär. Bescheiden. Die Bücher auf dem Tisch. Ein Bild von Jurij Treguboff vor einer Reiseschreibmaschine an der Wand des Standes.
Martin Schaper, Berichterstattung Buchmesse 2005

Acht Jahre in der Gewalt der Lubjanka – ein Buch von Jurij A. Treguboff
Warum bleibt mir dieser Name nicht im Gedächtnis? Schon oft habe ich das Buch zu den unpassendsten Momenten plötzlich zugeschlagen, um einmal mehr zu schauen, welchem Schicksal mein Verstand zu folgen versucht. Es könnte der Name sein. Jurij A. Treguboff.
Nun, auf den ersten Blick wirkt dieser Name so wenig einprägsam wie flüchtig. Was sollte also so schwer daran sein, sich nach der Hälfte des Buches den Namen des Autors und Hauptprotagonisten dieses eindrucksvollen Erlebnisberichtes verinnerlicht zu haben? Soeben, beim Niederschreiben musste ich keinen Augenblick nachsinnen. Nur beim Lesen will er mir immer wieder entfallen. Aber nein, der Name kann es nicht sein.
Nicht mehr frei sein. Am 19.9.1947 an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin von sowjetischen Sicherheitsorganen entführt. Bis zum 10.10.1955 in den dicken Fäden eines Spinnennetzes. So beschreibt er in der härtesten von Halluzinationen begleiteten Phase zweieinhalbjähriger Untersuchungshaft die Verfolgungsmaschinerie der sowjetischen Obrigkeit. Dann Todesstrafe durch das Sondertribunal. Eine Woche später Umwandlung des Todesurteils in 25 Jahre Zwangsarbeit.
Nach über achtjähriger Haft wird Jurij A. Treguboff in die Freiheit entlassen.
Sofort beginnt er, seine Erlebnisse aufzuschreiben, besonderes Gewicht will er den Menschen geben, denen er in dieser Zeit begegnet ist. Er hat ihnen versprochen, ihre Geschichten in die Nachwelt zu tragen. Seine Sprache wirkt kalt und effizient. Es ist zu spüren, dass das Erlebte noch nicht lange zurückliegen kann. Und dennoch beschreibt Treguboff seine Erlebnisse mit einer fast unglaublichen Distanz, lässt nur in sachlichen Beschreibungen seiner Physis oder in bitter-ironischen Bemerkungen zu den Ausführenden in den Gefängnissen und Lagern sein Leiden durchscheinen. Er nimmt uns an die Hand, mit ihm gehen wir die Wege zum Verhör, fahren mit ihm in die unmenschlichen Gefängnisse, verfolgen seine Gespräche mit Gefängnisinsassen. Er lässt sie wieder aufleben.
In einem verborgenen Organ der sowjetischen Obrigkeit gefangen, gibt uns Treguboff nicht nur einen klaren Blick auf die politischen Verhältnisse der Zeit, er vermag es ebenso, sie uns spüren zu lassen. Dabei bleibt er stets darauf bedacht, seine Beschreibungen nicht allzu sehr mit den emotionalen Auswirkungen seiner Erlebnisse zu verfärben.
Treguboff widmet sich vielmehr seinem Versprechen, die Menschen, die ihm begegnet sind, und ihre Geschichten für uns zu verewigen. So sehr, dass er selbst oft fast zu kurz kommt.
Es wird schwierig, sich seinen Namen zu merken. Das will er auch nicht, so bin ich mir jetzt sicher. Er ist einer von vielen. Einer, der festgehalten hat.
Stefan Jahrmärker, Berichterstattung Buchmesse 2005
mehr…

BW Nowosti, Stuttgart, No. 5 (12) Mai 2005

Die Zauberfeder in meiner Hand…
Portrait von Jurij Andrejewitsch Treguboff

„Die Romane von Jurij Treguboff sind nicht nur für eine ältere Generation von Lesern interessant, die mit den Werken von L. Tolstoj, V. Odojevskij, A. Belyj groß geworden ist, sondern auch für eine jüngere, die die Erfahrung der gleichzeitigen Existenz mit den Helden von M. Bulgakov und B. Pasternak hat, die Märchen von Sascha Tschornyj und die Sprache von V. Jerofejev bewundert. All das kann man beim ‚König der Prosa’ der Zweiten Welle der russischen Emigration finden.“
E. Kudrjawzewa, Tübingen

Gelnhäuser Tageblatt, 23.04.2004
„Ich konnte von seiner Lebenserfahrung zehren – ohne sie durchleiden zu müssen.“ Anita Treguboff las im Haus des Gastes aus den Werken ihres 2000 verstorbenen Mannes Jurij A. Treguboff, der, wie die Leiterin der Stadt- und Kurbücherei betonte, von Literaturkritikern in eine Reihe mit den großen russischen Literaten gestellt wird. (Vortrag Bad Orb 21.4.2004)

Markt, Wochenzeitung für Trittau und Umgebung, 19.11.2003
Beim russischen Abend in der Trittauer Wassermühle wurde den Gästen sowohl ein literarischer als auch ein musikalischer „Leckerbissen serviert“. Anita Treguboff las aus Werken ihres Mannes und erzählte mit natürlich-erfrischendem Charme aus ihrem gemeinsamen 36jährigen (Ehe-)Leben.
(Vortrag Trittau 14.11.2003)

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 12.10.2003
Zehn der neunzehn Romane sind mittlerweile ausverkauft, was immerhin dazu geführt hat, dass die Produktionskosten wieder hereingekommen sind. Aber die Treguboffs wollten ja auch nie Geld mit ihren Büchern verdienen, sie wollten nur die Geschichten des geschichtenerzählenden Selbstverlegers an Interessierte weitergeben. (Interview Buchmesse 2003)
Hans Riebsamen

Frankfurter Neue Presse, 22.09.2001
Jetzt, anderthalb Jahre nach dem Tod von Jurij Treguboff, können sich die Freunde Treguboffs auf die bisher noch unveröffentlichten Arbeiten freuen. Für die Zukunft hat Anita Treguboff noch einige Pläne. So überlegt sie, vergriffene Exemplare als Taschenbuch wieder aufzulegen. Und einen großen Traum hat sie noch: Die deutschen Werke in seiner russischen Heimat zu veröffentlichen. (Interview „Nachgelassenes“)
Sören Rabe
mehr…

Neue Zürcher Zeitung Int. Ausgabe, 04/05.März 2000
Was sein Lubjanka-Buch, das sein Schaffen umrahmt, auszeichnet und ihm neben anderen Gulag-Darstellungen Vorzüge verleiht, sind gute Lesbarkeit und kluge Wahl selbsterlebter typischer Ereignisse und Verbindung des Einmaligen mit dem historisch Wichtigen und menschlich Gültigen. Es kann der heutigen Generation eine gute Vorstellung von der Auswirkung solcher Zwangssituationen auf den Menschen geben. Seinen oft in der Emigration und in der UdSSR, aber auch in der russischen Geschichte spielenden Romanen gab er gern eine kriminalistische und abenteuerliche Handlung mit vielen aussergewöhnlichen Motiven aus Spionage, Wirtschaft, Politik, Verbrechen und Sexualität. Da das spannend Erzählte aber von einem religiösen und ethischen Anliegen getragen wird, stehen sie in der Tradition der guten russischen Literatur. („Leid als literarische Quelle – zum Tod von Jurij Treguboff“)
Wolfgang Kasack
mehr…

Papillon Politische Zeitschrift für Literatur / My Way Das eigensinnige Kulturmagazin, Bochum, Oktober/Dezember 1999
Bei Treguboff liegt die Stärke in der eigenen Lebenserfahrung – und die wurde stark im Osten Europas geprägt, in Russland, einem wahrhaft großem Land, mit einer großen Kultur, über deren Künstler, Schriftsteller, ihre Geschichte, wir leider immer noch zu wenig wissen. Dieser Roman von Jurij A. Treguboff ist von der Art, wie ich mir ein gutes Buch vorstelle: unterhaltsam, anregend, und zugleich erhellend lehrreich. („Der fahle Reiter“)
Ulrich Gernand
mehr…

Frankfurter Neue Presse, 09.10.1999
Eine alte Schreibmaschine mit kyrillischen Buchstaben steht auf einem kleinen Tischchen gleich neben dem Fenster. Zwei fast ebenso alte Computer haben ihren Platz auf den Schreibtischen direkt daneben. In ihrem Wohnzimmer, das längst Arbeitszimmer geworden ist, haben Jurij und Anita Treguboff ihre Werkstatt, hat der Verlag seinen Sitz. An den Wochenenden packen die beiden ihr Auto voller Bücher und reisen von Markt zu Markt, von Straßenfest zu Straßenfest. Dabei kommen sie mit ihren Lesern in Kontakt. Seit Jahren präsentieren die beiden ihre Bücher im betont schlichten Design während der Buchmesse. Auch ab Mittwoch wollen Anita und Jurij Treguboff wieder präsent sein. (Interview)
Ines Dauernheim

Neue Westfälische, Warburg, 01.04.1999
Treguboff hat inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht und Anerkennung gefunden. Von seiner Reise durch dieses Jahrhundert mit vielen gefährlichen Haltestationen und historischen Momentaufnahmen erzählen Treguboffs Romane. (Interview)

Hessen Fernsehen „Bilderbogen“, 05.10.1998
Ein Russe in Frankfurt – der Schriftsteller Jurij Treguboff. Jurij Treguboff, der in Frankfurt lebende Schriftsteller versteht, seine Erlebnisse in Kriminal- und Schicksalsromanen mit Mystik zu mischen. „Ich habe so oftmals dem Tod ins Gesicht geschaut, und immer wieder war es, jemand will von mir doch etwas. Da sah ich mit Entsetzen, daß man furchtbar viel Kitsch und Unsinn schreibt über Russland und dachte, sollen die Deutschen lesen, was ein Mensch aus dem Osten über den Osten schreibt.“ (Portrait)
Astrid Dermutz

Südhessische Post, 27.09.1996
Autor und Verleger in einem. Manchem Literaturfreund mag es befremdlich erscheinen, daß ein Schriftsteller seine Werke auf dem Markt feilbietet. Jurij A. Treguboff hat in dieser Hinsicht keine Bedenken, zumal Buchhandlungen oft auch nichts anderes sind als Büchermärkte und in den großen Städten auch immer mehr Markthallencharakter annehmen. Treguboff liest am Samstag (28.) ab 14.30 Uhr beim Kunsthandwerkermarkt in einem Zelt auf dem Kleinen Markt in Heppenheim.

Frankfurter Rundschau, 02.04.1996
Das Lächeln mit achtzig.
Sein Lebenslauf ist abenteuerlich. Jurij Treguboff wurde vom sowjetischen Geheimdienst entführt, zum Tode verurteilt und begnadigt. Der Russe mit dem deutschen Paß erzählt gern und viel von diesen Erlebnissen, auch im Schüler-Café Müller.
Jenseits der achtzig kann Treguboff heute über seine Abenteuer witzeln. „Satire“ möchte man seine Schilderungen denn auch nennen, doch haben fast alle seine Romane einen autobiografischen Kern. Der Hang zum Spotten kommt nicht von ungefähr: Treguboffs Lieblingsschriftsteller ist Nikolaj Gogol, Autor des Romans „Die toten Seelen“ und Verfasser zahlreicher Novellen, die das Rußland des 19. Jahrhunderts unbarmherzig auf die Schippe nehmen. Das hat Treguboff imponiert – und seine eigene Art, Geschichte zu verstehen und zu beschreiben, beeindruckt ebenso. (Vortrag)

Lexikon der Kriminalliteratur, Bitburg, Oktober 1994
Dieser phantastische Kriminalroman spielt in Frankfurt am Main, in Bonn sowie im Hades… Ein Reales und Phantastisches geschickt vereinender Roman, in dem, der Tradition russischer Geistesgeschichte folgend, alles mit allem und jedem zusammenhängt. („Der große Einsatz“)
Klaus-Peter Walter
mehr…

Südwestpresse, Ulm, 21.12.1992
Zwei Versdichtungen des russischen Schriftstellers Michail Jurjewitsch Lermontov (1814-1841) sind jetzt in neuer deutscher Übersetzung in einem Band des Feuervogel-Verlags erschienen: „Der Dämon“ und „Bojare Orscha“. Die Übersetzer, Jurij und Anita Treguboff, weisen in ihrem Nachwort darauf hin, dass insbesondere die Dichtung „Der Dämon“ auch heute noch das Lebensgefühl der russischen Jugend anspreche und Bestandteil ihres geistigen Lebens sei.
(„Lermontov“)
mehr…

Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Hamburg, 18.10.1991
Der russische Schriftsteller Jurij A. Treguboff zum Beispiel redete Phantasie und Idealismus das Wort, begegnete dem vorherrschenden Größenwahn mit Distanz und Augenzwinkern. „Halten Sie inne und werfen Sie einen Blick auf das Werk des bedeutendsten Schriftstellers in der Nachfolge Shakespeares“, forderte er die rastlosen Passanten auf. Mit seiner Frau betreibt er den kleinen Verlag Feuervogel, bringt dort außer seinen Werken Lermontovs „Der Dämon“ heraus, den er eigenhändig ins Deutsche übersetzte. Ein kleines Licht am Wegesrand, ein Anachronismus angesichts der pompös aufgemachten Stände, wo die Sektgläser klirrten und die Blicke hastig schweiften in der Hoffnung, prominente Gäste zum Greifen nahe zu erleben oder beim Small talk zu erwischen.
(Buchmesse 1991)
Christiane Schott

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.1988
„Phantasie ist vielleicht nichts anderes als eine Ansammlung von Erfahrungen und Beobachtungen, die aus dem Keller der Seele wieder an das Tageslicht hervorgekramt werden, um aus ihnen, wie aus Ziegelsteinen, ein neues Gebäude zu errichten, wobei längst in Vergessenheit geraten ist, wie das ursprüngliche Gebäude ausgesehen hatte, dessen Steine zu dem Neubau verwendet wurde.“ – Dies steht im Nachwort zum achten Roman des Russen, der in den fünfziger Jahren nach Frankfurt kam.
Mit all den Jahren hat er, der immer noch russisch denkt und seine Bücher auf einer Schreibmaschine in Russisch tippt, sein „Wunschziel“ erreicht: „In einer Reihe von Büchern die historische Periode zu beschreiben, die 1917 angefangen hat und bis in unsere Tage hineinreicht.“ („Frankfurter Gesichter“)
Wolfgang Bittner

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.1986
Vier Professoren der Bergischen Universität – Gesamthochschule Wuppertal haben im Rahmen eines deutschlandpolitischen Forschungsprogramms drei Fragen an ausgewählte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gerichtet:

  1. nach dem Bestehen einer einheitlichen deutschen Nation und Nationalkultur heute;
  2. nach der Bedeutung der Zeit der staatlichen Einheit von 1871 bis 1945 für die Entwicklung von Nation und Kultur;
  3. nach der wahrscheinlichen und erhofften Weiterentwicklung des kulturellen Lebens im geteilten Deutschland.

(Rezension von Gunhild Bohm zu Josef M. Häußling, Klaus Held, Lew Kopelew, Heinz Rölleke (Hrsg.): Drei Fragen zu Deutschland. 58 Antworten. Albrecht Knaus Verlag, München und Hamburg, 1985)
Anmerkung hierzu:
Jurij A. Treguboff beantwortete die dritte Frage wie folgt:
„Die Ungerechtigkeit der Teilung Deutschlands wird nicht von langer Dauer sein. Ihre historische Bedeutung liegt darin, daß die Deutschen in der DDR den Kelch der Erkenntnis des militanten Marxismus bis zum bitteren Ende leeren und bei einer Vereinigung Deutschlands den im Wirtschaftswunder träge gewordenen Westdeutschen ihre Erfahrungen über die Verderblichkeit des intoleranten radikalen Sozialismus vermitteln werden, was insgesamt zum Aufblühen einer nationalen freiheitlichen demokratischen Kultur führen wird. In diesem Rahmen werden die Deutschen darauf bedacht sein, sowohl ihre eigene freiheitliche Ordnung zu schätzen und zu wahren wie auch die anderer Völker, eine Ordnung, die auf tiefster Religiösität, Vaterlandsliebe und Achtung der Rechte anderer beruht. Da ich selbst als gebürtiger Russe zu einem Volk gehöre, das nicht weniger Widrigkeiten des Schicksals als das deutsche Volk erlebt hat, glaube ich nicht, dass aus unglücklichen Zusammenhängen entsprungene Gewaltmaßnahmen auf Dauer die Einheit des deutschen Volkes zerstören können.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.1983
Treguboffs Romane sind Bücher, die beanspruchen, in der Tradition der russischen Fabulier- und Erzählkunst zu stehen.
(„Die wundersamen Erlebnisse des Aristarch Trofimowitsch Jermolow“, Lesung aus dem soeben abgeschlossenen Manuskript)
mehr…

Der Literat, Juni 1983
Treguboff ist ein vitaler Erzähler, der keine Grenzen zwischen Ironie, Selbstironie, Komik, unfreiwilliger Komik, echter und scheinbarer Naivität kennt. Man möge mir den Kalauer verzeihen: alles wirkt spontan durchdacht… Es gelingt ihm, seine Leser nicht zu langweilen und das ist mehr als die meisten zeitgenössischen Erzähler leisten. („Hauptwache“)
Wolfgang Fienhold
mehr…

Esslinger Zeitung, 21.12.1981
Die Titelfigur wird mit viel Einfühlungsvermögen und lebendig in- und auswendig sichtbar gemacht. Roman eines Könners. („Notizen eines Pechvogels“)
mehr…

Neue Presse am Sonntag, Frankfurt am Main, 11.11.1979
Die Handlung ist vielschichtig und farbig, die Personen zeigen soviel Eigenart, wie man sie in moderner Literatur selten findet. („Geld“)
mehr…

Bücherbord, Graz, April 1979
Das Auffallende an diesen Romanen liegt in dem bemühten Bestreben, möglichst unvoreingenommen die Möglichkeiten der revolutionären Kräfte zu prüfen und zu werten. („Der Vampir“, „Wladimirschina“)
Alfred Redlik
mehr…mehr…

Domino, Schweizer Bücherzeitung, Zürich, Mai 1975
Treguboffs Erzählkunst ist aus der Tradition hervorgegangen und setzt die Meisterschaft Ljesskows, Gontscharows und Sologubs mit unerschöpflicher Erfindungsgabe und sprachlicher Naturkraft fort. („Gespenster in Frankfurt“)
mehr…

Elseviers Magazine, Amsterdam, 14.12.1974
Het aparte is dat die Duitse romans in hun karakter Russische romans zijn: of ze nu in Rusland zelf spelen, in Oostenrijk, Berlijn of Frankfurt, altijd waait er de adem van Rusland doorheen en zijn ze doordrenkt van een Russische voorstellingswereld. Ik zeg niet dat die boeken geniaal zijn, maar ze zijn wel goed, en een zeer ongewone leeservaring, ook omdat een kunstenaar na zoveel wreedheid en mishandeling nog zo’n mate van begrip en menselijke liefde uitstraalt. (Buchmesse 1974)
Wim Zaal

Stuttgarter Zeitung, 05.01.1974
An Verwicklungen fehlt es fürwahr nicht, wie auch nicht an wunderbaren Verwandlungen, Entlarvungen und Wiederbegegnungen, der Autor lässt je nach Bedarf aus seinem Zauberkasten neue Figuren auftauchen oder sie darin verschwinden: ein richtiger Jünger der Geheimstwaffe Schwarze Magie. („Berlin“)
Mario Szenessy
mehr…

Welt am Sonntag, 10.09.1972
Der Autor hat nicht nur eigene Jugenderlebnisse in dieses Buch hineingewoben, auch seine Mentalität, ein naiver Idealismus, stimmt mit dieser Anima-candida-Perspektive der Weltbetrachtung gut überein… Das Ganze – vornehmlich für Jugendliche – ein spannender Roman. („Der Vampir“)
mehr…

Reutlinger Generalanzeiger, 1967
Treguboff erzählt frisch und lebendig, knapp, doch herzhaft im Volkston. Kein Wort zuviel, aber jedes Wort wirkt wahr. Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich mitunter durch Rückblendung, so dass in den handelnden Personen ganze Geschlechter sichtbar werden. Ein packendes Werk. („Der letzte Ataman“)
mehr…