Bücher aus dem Feuervogel-Verlag

ПО-РУССКИ:
ЮРИЙ А. ТРЕГУБОВ Жизнь, творчество, воззрения и Vosem’ let

WERKE VON J. A. TREGUBOFF

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Jurij A. Treguboff im April 1988:

“Es ist mein Wunschziel, in einer Reihe von Büchern die historische Epoche zu erfassen, die 1917 angefangen hat und bis in unsere Tage hineinreicht.”

In den Jahren 1955 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 schrieb er neunzehn Romane, die er als “zeitkritisch” bezeichnete, ein Bändchen mit Gedichten und Erzählungen sowie einen autobiografischen Erlebnisbericht. Außerdem übersetzte er ihm wichtige Texte aus dem Russischen, um sie deutschen Lesern zugänglich zu machen. Im folgenden werden die Titel in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung aufgeführt. Der Link auf dem Titel führt zu einer Seite mit ausführlichen Informationen über die jeweilige Thematik, ergänzt durch ausgewählte Textstellen.

Vosem’ let vo vlasti Lubjanki
Юрий Андреевич Трегубов родился в 1913 году в Санкт-Петербурге. Молодость провел в Москве. В 1926 году мать переехала с ним в Берлин, отцу выезд был запрещен. В 1934 году вступил в НТС Народно-Трудовой Союз, организацию, боровшуюся против сталинской диктатуры, в 1944 году в Русскую Освободительную Армию А. А. Власова. После капитуляции Германии жил в западном секторе Берлина.
19 сентября 1947 года был похищен на границе советского сектора советскими органами безопасности. Два с половиной года находился под следствием. Приговорен трибуналом к смерти. Вскоре приговор был заменен двадцатью пятью годами исправительно-трудовых лагерей. Срок отбывал в Воркуте и в Дубровлаге (в Мордовии, под Потьмой).
В октябре 1955 года, после освобождения, переехал в Федеративную Республику Германию, где в 1957 году опубликовал на русском языке книгу «Восемь лет во власти Лубянки». Кроме того им опубликованы девятнадцать романов и книга стихов на немецком языке, в которых повествуется о русской истории, советской действительности, жизни российских эмигрантов и их немецком окружении.
Юрий Трегубов скончался во Франкфурте-на-Майне 27 февраля 2000 года в возрасте 86 лет. (1957 Франкфурт-на-Майне, 2001 Москва)
Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Oktober 1955 schrieb Jurij Treguboff auf, was er in den sowjetischen Gefängnissen und Lagern gesehen und erlebt hatte. Dieser Bericht erschien erstmals 1957 auf russisch im Exil-Verlag Possev, Frankfurt. Im Jahr 2001 folgte eine zweite russische Auflage bei Possev, Moskau, die bereits in Vorbereitung war, als Jurij Treguboff schwer erkrankte. Wenige Tage vor seinem Tod sah er die ersten Seiten durch und freute sich sehr, daß dieses Werk nunmehr auch seinen Landsleuten in Rußland zugänglich gemacht wird. Die von ihm selbst erstellte deutsche Fassung Acht Jahre in der Gewalt der Lubjanka wurde erst im Jahr 1999 veröffentlicht, nachdem alle Romane Jurij Treguboffs auf deutsch erschienen waren.

Mein Blick auf unsere Zeit – Ausgewählte Texte
Um die Vielfalt des Schaffens von J. A. Treguboff zu zeigen, wurden für diesen Sammelband typische Texte aus seinen Büchern ausgewählt und chronologisch geordnet, so daß sich ein weiter Bogen von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis zu den aktuellen Problemen unserer Tage wie Drogenhandel und Umweltzerstörung spannt.
Ich wünsche mir, daß diese Zusammenfassung seines Lebenswerks den Leser dazu bewegt, sich intensiv mit dem einen oder anderen der von ihm aufgegriffenen Themen zu beschäftigen.
Anita Treguboff

Der letzte Ataman
Sommer 1945, die Tage zwischen Krieg und Frieden in Österreich. Auslieferung der Kosaken durch die Engländer an die Sowjets. (1967)

Der Vampir
Moskau Anfang 1921, zwei Kinder werden zufällig Zeugen eines folgenreichen Streits zwischen einem Geistlichen und einem Bevollmächtigten der kommunistischen Partei. (1971)

Berlin
Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht der in Berlin lebenden russischen Emigranten und der aus deutschen Gefangenenlagern befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen. (1973)

Gespenster in Frankfurt
Neuorientierung eines „Heimkehrers“ aus sowjetischem Lager im ihm unbekannten Frankfurt und sein Versuch, die Gespenster der Vergangenheit zu bewältigen. (1975)

Wladimirschina
Eine Rahmenhandlung aus dem Ende der 60er Jahre umschließt den Hauptteil: Zwei Studenten durchwandern im Revolutionswinter 1917/1918 die Provinz Wladimir und nehmen Kontakte zu unterschiedlichen Menschen auf. (1976)

Geld
Dieser im Frankfurt der 70er Jahre spielende Roman beschreibt die Schicksale von Menschen, deren Seelen wie kaltes Eisen von dem Magnet Mammon angezogen und beherrscht werden. (1979)

Notizen eines Pechvogels
Der autobiografische Züge enthaltende Roman zeigt die Geschichte eines Russen, den es 1926 als Jugendlichen nach Deutschland verschlägt, umfaßt die Epoche des nationalsozialistischen Deutschlands, den Zweiten Weltkrieg und den Beginn des aufstrebenden Wirtschaftswunders in den 50er Jahren. (1981)

Hauptwache
Die B-Ebene der Frankfurter Hauptwache als Obdach für Gestrauchelte und Unglückliche, die zu schwach sind, um ihrem Leben einen Sinn zu verleihen. (1983)

Die wundersamen Erlebnisse des Aristarch Trofimowitsch Jermolow
Ein philosophisches Märchen. Als die antiken griechischen Götter es ablehnen, sich mit dem Teufel zu verbünden, der mit ihnen gemeinsam das beiden feindliche Christentum bekämpfen will, bringt er Artemis, die Göttin der Natur, in seine Gewalt und verwandelt sie in eine Statuette, um die ein erbitterter Streit beginnt. (1984)

Der große Einsatz
Auf unterschiedlichen sozialen Ebenen agierende Karrieristen, die ihrem Leben eine entscheidende Wende geben wollen. Auch das Thema des Deutschland in den 70er Jahren beherrschenden Terrorismus wird aufgegriffen. (1985)

Die blutige Ikone
Verflechtung zwischen dem Handel mit gestohlenen Ikonen und einem gefährlichen Experiment, das die Frage klären soll, ob plötzlicher Reichtum Glück oder Verderben bringt. (1987)

Schnapsi
Geschichte eines jungen Mädchens, das von seinen Eltern an ein luxuriöses Frankfurter Eros-Center verschachert worden ist und dort zum Spott den Spitznamen Schnapsi erhält, weil es Alkohol verabscheut. (1988)

Die Idee des Doktor Kologriwow
Schilderung der Opposition im Untergrund zur Breschnjew-Zeit, vor Glasnost und Perestroika. (1990)

In seinem Nachwort zu diesem Buch gab Jurij Treguboff seinen bisherigen dreizehn Romanen den gemeinsamen Titel “Durch die reinigende Flamme” nach einem Zitat von W. Schulgin aus seinem berühmten Werk “Die Tage”, das mit den Worten endete:
“Es ist Rußland bestimmt, durch die reinigende Flamme der Revolution hindurchzugehen, und, ob es die Bolschewisten wollen oder nicht wollen, wieder ein großes Volk und ein großes Land zu werden.”
Über seine Art der Weltschau fügte Jurij Treguboff hinzu:
“In allen Büchern dringt die transzendentale, metaphysisch-mystische Welt in das Leben meiner Personen ein, eine Welt, die meiner Überzeugung nach existiert, wirklich und zudem viel wichtiger ist als die von unseren Sinnen relativ gut erfaßbare reale Welt.”

Gedichte und Erzählungen zur russischen Geschichte
Fünfundzwanzig Miniaturen, ergänzt durch einen ausführlichen Kommentar über den jeweiligen historischen Hintergrund. (1991)

Wie Herbstlaub im Sturm
Der Zweite Weltkrieg in der belagerten Stadt Leningrad und der Versuch deutscher Militärs, mit Hilfe eines Attentats auf Stalin Anfang Mai 1945 die endgültige Niederlage Deutschlands hinauszuzögern. (1993)

Der fahle Reiter
Dieser in der Silvesternacht 1913 auf 1914 beginnende Roman beschreibt die
Revolutionsjahre mit Schwerpunkt auf die Unterwanderung der kommunistischen Partei durch Opportunisten. Der nicht realisierbare “Traum vom neuen Menschen” findet seine Parallele in der Schaffung eines künstlichen Menschen, der seinen Schöpfern entgleitet. (1994)

Im hellen Schein des Mondes
Die über die Rücksichtslosigkeit der Menschen entsetzten ewigen Geister der Natur suchen nach Möglichkeiten, um das Gleichgewicht der Erde zu erhalten und dadurch ihre eigene Existenz zu sichern. (1995)

Das weiße Pulver
Der Schwerpunkt dieses Romans, der sich mit Rauschgifthandel beschäftigt, liegt auf der Psyche der Dealer, die skrupellos und bewusst andere Menschen in einen qualvollen Tod schicken. (1996)

Rauschgold
Im von russischen Emigranten überfluteten Berlin der zwanziger Jahre entfacht ein gerissener Gauner eine Hysterie der Geldgier, um sich den vor den Bolschewiki geretteten Familienschmuck seiner Landsleute unter den Nagel zu reißen. (1997)


Beginn eines Erdbebens

2. Auflage 2018 ANTHEA VERLAG, BERLIN
anlässlich des 100. Jahrestags des bolschewistischen Umsturzes vom Herbst 1917

Dieser letzte Roman Jurij Treguboffs umfaßt die Jahre 1916 bis 1920 mit dem Wissen um die endgültige Nichtrealisierbarkeit der Ideen, die zur russischen Revolution geführt haben. (1998)

Acht Jahre in der Gewalt der Lubjanka
Bericht über die in sowjetischer Haft verbrachte Lebenszeit vom 19.9.1947 bis zum 11.10.1955. Zugleich wird anhand der Verhöre und der Gespräche mit anderen Häftlingen ein lebendiges Bild der Vorkriegs- und Kriegszeit gezeigt. (1999, 2005 die 2. Auflage als Taschenbuch, 2011 wurde eine 3. Auflage erforderlich)

Nachgelassenes
Übersetzungen, Gedichte und Erzählungen, „Die Geschichte dreier Häuser“ (Fragment), Splitter, Reaktionen, Werke. Zu Lebzeiten von Jurij Treguboff unveröffentlichte kleinere Texte, verbunden mit Bemerkungen zu seiner Arbeitsweise. Herausgegeben von Anita Treguboff. (2001)

ANITA TREGUBOFF:

Ich war eine literarische Marktfrau – Die Geschichte von Jurij und Anita
Ich war sechsunddreißig Jahre mit dem russischen Schriftsteller Jurij Andrejewitsch Treguboff verheiratet, der am 27. Februar 2000 im Alter von 86 Jahren verstarb.
Im Jahr 1971 gründeten wir den Feuervogel-Verlag und Mitte der achtziger Jahre begannen wir damit, Jurijs Bücher auf Kunsthandwerkermärkten und Stadtfesten zu vertreiben. Diese Aktivitäten habe ich nach Jurijs Tod fortgesetzt, seine Werke überall in Deutschland verbreitet und zusätzlich angefangen, Vorträge über ihn zu halten.
Jetzt, im August 2015, ist diese Arbeit beendet – ich bin ausverkauft.
In dem Büchlein “Ich war eine literarische Marktfrau – Die Geschichte von Jurij und Anita” schreibe ich über unser Kennenlernen, die gemeinsam verbrachten Jahre und mein Leben ohne Jurij.

ÜBERSETZUNGEN:

Jurij Treguboff als Mittler zwischen der russischen und der deutschen Kultur.

Fjodor R. von der Osten-Sacken
“Fünf Wochen aus dem Leben von Sonja, Olja und Marusja”
Als im Herbst 1880 von fünf Schwestern eine an Masern erkrankte, wurden die drei kleineren Mädchen zu ihrem Onkel geschickt, damit sie sich nicht anstecken. Er schrieb jeden Tag einen Brief an die Eltern, die gesammelt und später für die Familie gedruckt wurden. Ergänzt werden diese Aufzeichnungen durch einen Nachruf auf F. R. v. d. Osten-Sacken, der als Leiter des Asiatischen Departements im Russischen Außenministerium eine bedeutende Rolle in der Geschichte Rußlands gespielt hatte. (1977)

Michail J. Lermontov
“Der Dämon – Bojare Orscha”
Zwei Verserzählungen dieses bedeutenden russischen Lyrikers (1818-1841), der als der “düstere Poet” in die Literaturgeschichte eingegangen ist und dessen Werke noch heute das geistige Leben russischer Menschen prägt. (1992)

S. Puschkarjow
“Lettische Schützen im Kampf für die Macht Lenins in den Jahren 1917-1918”
Besprechung des 1967 von der Akademie der Wissenschaften der Lettischen SSR in Riga herausgegebenen Buches von A. I. Spreslis “Lettische Schützen im Kampf um die Eroberungen des Oktobers, 1917-1918.” (2007)

Mark A. Aldanow
“Feuer und Rauch – Огонь и Дымъ”
20 Essays aus dem Jahr 1922 im russischen Original und deutscher Übersetzung, erstellt von Jurij und Anita Treguboff und mit zahlreichen Anmerkungen versehen.
Vor vielen Jahren entdeckte Jurij Treguboff in einem Pariser Antiquariat diese Sammlung von Essays, die ein gutes Bild der geistigen Situation Rußlands zum Ende des 19. und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vermittelt. Aldanow zieht zahlreiche Parallelen zwischen der französischen und der russischen Revolution und kommentiert die Situation Europas und Rußlands während und nach dem Ersten Weltkrieg. (2009)

HÖRBÜCHER:

Kurzfassungen ausgewählter Werke Jurij Treguboffs auf jeweils einer CD als HörBuch, erstellt und gelesen von Anita Treguboff, außerdem beide Verserzählungen von M. J. Lermontov. Ein weiteres HörBuch umfaßt neben eigenen Gedichten in russischer Sprache Verse von Puschkin und Lermontov auf russisch mit deutscher Übersetzung.

KARL ROSE:

Lic. theol. Karl Rose, seit 1955 Direktor des an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Ost-Berlin gegründeten Instituts für Ost- und Südslawische Religions- und Kirchenkunde, veröffentlichte 1956 im Union-Verlag, Berlin, unter dem Titel Grund und Quellort des russischen Geisteslebens – Von Skythien bis zur Kiewer Rus ein grundlegendes Werk über die Bedeutung der Christianisierung Rußlands, das mir auch heute zum Verständnis russischer Menschen so wichtig erscheint, daß ich es als Amazon Kindle eBook dem Vergessen entrissen habe. Im Januar 2014 folgte das 1952 von der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin herausgegebene Buch Predigt der russisch-orthodoxen Kirche: Wesen – Gestalt – Geschichte mit zahlreichen Predigten von Johannes Chrysostomus im 4. Jahrhundert bis zu Nikolaj, Metropolit von Krutizi und Kolomna im Jahr 1951.


Skizze gezeichnet von Dr. Andrey Redlich